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Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt in der Nordelbischen Kirche
Eingestellt am: 25.10.2011

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Ökumenische Friedensdekade 2005 / Predigthilfe der Aktion Sühnezeichen


Aus dem Vorwort

Wer kriegt was - von wem ? (Micha 4,1-5)

Das diesjährige Motto der Ökumenischen Friedensdekade fragt aus biblischer Perspektive nach den Mechanismen der weltweiten neoliberalen Wirtschaftsordnung: Wer kriegt was? Nicht nur aus der deutschen Debatte kennen wir die Situation, dass einige große Unternehmen trotz guter Gewinne Arbeitsplätze abbauen. Wir hören, dass die Globalisierung das nötig mache. 

Weltweit sehen wir wachsende Auseinandersetzungen um die knapper werdenden Ressourcen  und große ökonomische Konkurrenz zu den bisherigen ökonomischen Großmächten erwachsen. Wir wissen, dass unser westlicher Lebensstandard weltweit angewandt von den Ressourcen dieser Welt nicht gedeckt werden kann.

Die Schere zwischen Arm und Reich  geht weltweit  weiter auf. Was bedeutet Gerechtigkeit. Welche Alternativen gibt es zur gegenwärtigen Weltwirtschaftsordnung?

Frieden ist ohne Gerechtigkeit nicht zu haben. In diesem Rahmen versteht sich auch die Predigthilfe. Die Exegese des ausgewählten Predigttextes Mi 4,1-5 von Peter Welten macht deutlich, dass die Kritik an ungerechten sozialen Strukturen, die zwangsläufig zu Krieg führen, zur prophetischen Tradition gehört. Wir sind also in guter Gesellschaft, wenn wir heute unsere Stimme gegen Unrecht erheben. JHWH, der Gott des Exodus, verbürgt sich für Gerechtigkeit und fordert sie auch von den Menschen ein. Die Vision vom Zion, zu dem die Völker wallfahren, stellt ein machtvolles Gegenbild zu von Krieg und sozialen Gegensätzen zerrissenen Gesellschaften zur Verfügung. Daran knüpft auch die Predigt von Ilona Klemens an: Dem Schreckensbild der Stadtplaner von den gated commities, die die sozialen und ethnischen Gegensätze zementieren werden, wird das Bild von einer offenen Stadt ohne Mauern entgegengesetzt, von einem allen zugänglichen Garten mit Feigenbäumen und Weinstöcken, in dem alle genug zum Leben haben. Solche Visionen sind die Quelle der Inspiration für Veränderungen, und sie helfen auf dem langen Weg zu ihrer Umsetzung.

Die Vision von Frieden und Gerechtigkeit verbindet jüdische, christliche und muslimische Tradition. Der Qurán versteht die Unterschiedlichkeit der Menschen und Völker als Geschenk Gottes, das es zu achten gilt. Für Muslime gehören die Achtung der Menschenwürde und Verteilungsgerechtigkeit untrennbar zusammen.

Beides sind Grundbedingung für den Frieden, der jedoch nicht im Sinne von  statisch missverstanden werden darf, sondern Schalom ist eine dynamische Sache, die immer zwei Seiten benötigt, die aufeinander zu gehen. ...