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Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt in der Nordelbischen Kirche
Eingestellt am: 25.10.2011

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Jahresfokus 2007 - Europa

Mach mich zum Werkzeug deines Friedens


Gewalt in Europa überwinden

Franz von Assisi hat uns Friedensstiftung und friedvolles Leben vorgelebt. Das ihm zugeschriebene Friedensgebet ist sehr bekannt und wir können alle von Herzen in die Bitte einstimmen: Mach mich zum Werkzeug deines Friedens. Dieses Gebet wurde von der Lenkungsgruppe als Thema für den Europa-Fokus 2007 der Dekade zur Überwindung von Gewalt (DOV) ausgewählt. Der Lenkungsgruppe gehören junge Erwachsene aus ganz Europa an. Das Thema ruft uns auf, die Gewalt in Europa aktiv und gezielt zu überwinden und uns dabei auf Gottes Macht und Verheißung zu verlassen, nicht auf uns selbst.

Das Leben und jedes menschliche Leben ist ein Geschenk Gottes – ebenso wie der Frieden! Wir sollen uns an diesem Geschenk erfreuen, aber wir müssen auch verantwortlich handeln – als einzelne, als Bürger und als Gemeinschaften. Ob wir  von Menschenrechten, Menschenwürde oder menschlicher Sicherheit sprechen, der unterschiedslose Wert des menschlichen Lebens ist ein Schlüsselbegriff für das Verständnis von gerechtem Frieden. Gott will für seine Schöpfung und für jeden einzelnen Menschen Leben in Fülle. Warum sollten wir weniger wollen? Warum sollten wir nationale oder materielle Sicherheit höher bewerten als menschliche Sicherheit? Warum sollten uns irdische Besitztümer wichtiger sein als die Heiligkeit des Lebens?

Die Lenkungsgruppe identifizierte für den europäischen Kontext sieben wichtige Anliegen. Diese Themen werden bereits von vielen unter uns bearbeitet und werden auch auf der Tagesordnung der Europäischen Ökumenischen Versammlung  stehen, die im September 2007 in Sibiu, Rumänien, stattfinden wird. Eine Erweiterung und Vertiefung der Themen im Rahmen des DOV-Europa-Fokus hängt von den jeweiligen Kontexten ab. Die Überwindung von physischer, psychologischer und sexueller Gewalt sowie Gewalt in Form von Vorenthaltung und Vernachlässigung setzt voraus, dass eine Verbindung zwischen den Problemen hergestellt wird, dass Geschichten erzählt und Vergleiche angestellt werden und dass wir unser Handeln koordinieren. Dies soll durch Generationen wie auch durch ethnische und religiöse Gemeinschaften hindurch geschehen.

Wir müssen Gewalt sehen, benennen und überwinden im Blick auf…

Menschenhandel – tausende von Menschen, mehrheitlich Frauen und Kinder, werden ausgebeutet

Jugend – wichtigste Konsumentenzielgruppe der Gewaltindustrie sind Jugendliche      

Migration – die europäischen Länder stehen vor diesem großen Problem der Globalisierung

Häusliche und interpersonelle Gewalt – verursachen mehr Todesfälle als bewaffnete Konflikte

Menschliche Sicherheit – eine gemeinsame Aufgabe über die Grenzen hinaus und jenseits von nationalen Interessen

Die Umwelt – die unter den Folgen der Gewalt gegen die Erde leidet

Gewalt in der Kirche – Beschäftigung mit uns selbst

Eine Theologie des gerechten Friedens – Kirchen auf dem Weg von der Theorie des gerechten Krieges zur Praxis des gerechten Friedens

Friedensgebet ( nach Franz von Assisi )

Herr, mache  mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich liebe, wo man hasst,

dass ich verzeihe, wo man beleidigt,

dass ich verbinde, wo Streit ist,

dass ich Wahrheit sage, wo Irrtum ist,

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert,

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste,

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe,

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt,

wer sich selbst vergisst, der findet,

wer verzeiht, dem wird verziehen,

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.