Gewalt in der Sprache ( am Beispiel des Afghanistankrieges 1979-1989) von Merle Bringezu & Jegor Tokarevich

 Thema des Referates ist die Analyse von „Gewalt“ in der Sprache am Beispiel der Printmedien. Den Begriff „Gewalt“ zu definieren war die erste Herausforderung. Es gibt physische Gewalt, der man allgemein mehr Aufmerksamkeit schenkt, und psychische Gewalt, die oft in den Hintergrund rückt. Diese kann etwa in Reden oder Interviews gekonnt verborgen werden, denn sie wirkt aufs Unterbewusstsein, sodass das „Opfer“ nicht sofort merkt, dass Gewalt angewandt wird. Auch wir haben uns noch nie so tief mit diesem Thema beschäftigt, eine interessante Erfahrung.
Die Wahl des Themas, Gestaltung und Vorgehensweise waren uns freigestellt. Wir haben uns auf den Afghanistankrieg (1979-1989) konzentriert und uns überwiegend mit russischen Zeitungen befasst, um diese anhand der Wahl der Sprache und deren Auswirkungen zu untersuchen.
Wir haben unter anderem Überschriften oder Zitate ausgesucht. Sie beeinflussen den Leser schon beim ersten Lesen, manipulieren durch Veränderung der eigenen oder durch Bildung einer noch nicht vorhandenen Meinung. Auch die Darstellung von Zahlen hat sich als Mittel der Gewaltdarstellung erwiesen. So wird aus einer vermeintlich objektiven Äußerung eine wertende, die direkten Einfluss auf den Leser ausübt. Sie verleihen dem Leser eine scheinbar zusätzliche Sicherheit über Informationen, die er bisher verbal bekommen hat. Damit wird der bisherige Eindruck eines solchen Gewaltverbrechens verstärkt.
Wir untersuchten die Texte auf wertende Worte (Adjektive/Substantive), die den Leser unbewusst in seiner Meinung beeinflussen. Im Zusammenhang mit dem Thema Krieg fallen häufig Worte wie Terror, Tod, Feind und Waffen. Diese eigentlich wertfrei erscheinenden Worte erhalten durch den Berichtszusammenhang eine erschreckend bedrohliche Bedeutung. Über das Vorgehen des eigenen Landes, sei es noch so grausam, wird meist in den eigenen Zeitungen geschwiegen und es wurden nur die Vergehen der Feinde benannt.
Die Analyse der Gewalt in der Sprache haben wir allgemein gehalten und nicht jeden Artikel einzeln chronologisch durchgearbeitet. Das gab uns die Möglichkeit alles aus einem viel größerem Blickwinkel zu betrachten.
Anschließend an die Analyse haben wir diese in Verbindung mit der Geschichte gebracht, um nachzuvollziehen, welche Absichten die Berichterstatter mit diesen Aussagen hatten und um überhaupt die Zusammenhänge zu verstehen. Der geschichtliche Teil diente dazu, die Problematik deutlicher zu verstehen. Ohne das geschichtliche Verständnis zu diesem Thema waren der Wahrheitsgehalt der Sprache und damit ihre Mittel zur Manipulation nicht nachvollziehbar.
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