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Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt in der Nordelbischen Kirche
Eingestellt am: 25.10.2011

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Angebote für Schulen

Die Gewaltpräventionsarbeit der Kirche

Der Einsatz für Gewaltprävention, Frieden und Versöhnung gehört zum Kern des christlichen Selbstverständnisses. Die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche macht die Überwindung von Gewalt in den Jahren 2001 bis 2010 zu ihrem Schwerpunkt und hat für Hamburger Schulen mit den Klassentagungen der Evangelischen Schülerinnen- und Schülerarbeit und dem sprachethischen Projekt zwei konkrete Angebote parat.

  • Die Klassentagungen sind Wochenendseminare für Schulklassen ab Stufe 5 aller Schulformen mit ihrer Lehrkraft, siehe unten.
  • Das sprachethische Projekt ist ein Arbeitsvorschlag für die Klassen 8 - 12, Medien unter dem Aspekt Gewalt in der Sprache zu analysieren. Klicken sie HIER.

Wo Schulen und Kirchengemeinden sich gemeinsam für Gewaltprävention engagieren, können sie zusammen mit anderen gesellschaftlichen Akteuren in ihrem Stadtteil eine Kultur des Friedens und der gewaltfreien Bearbeitung von Konflikten aufbauen. Sie können dabei auf die Unterstützung kirchlicher Einrichtungen wie der Arbeitsstelle Gewalt überwinden, des Jugendpfarramtes und des Pädagogisch-Theologischen Institutes (PTI) zählen. 

 

Die Klassentagungen der Ev. Schülerinnen- und Schülerarbeit

Dieses Angebot des Jugendpfarramtes der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche an Schulklassen ab Stufe 5 aller Schulformen hat sich seit mehr als 20 Jahren bewährt. Wir wollen auf diesem Wege Kinder und Jugendliche in ihrer Verantwortlichkeit für sich und die Gemeinschaft stärken. Wir trauen ihnen selbstbestimmtes Handeln zu und ermutigen sie dazu. Die Förderung sozialer und persönlicher Lebenskompetenz steht dabei im Mittelpunkt.

Bevor eine Klassentagung stattfindet, besucht das Team die Klasse in der Schule. Es geht vor allem darum, ein erstes gegenseitiges Kennen lernen zu ermöglichen. In dem ca. 90 minütigen Gespräch stellen sich die TeamerInnen vor und versuchen, die Arbeitsweise auf einer Tagung lebendig werden zu lassen. Es werden Fragen beantwortet, wie „Was passiert auf einer Klassentagung?", „Haben wir dort auch Freizeit?", „Müssen wir auf den `heißen Stuhl`?". Schließlich werden gemeinsam ein Thema für die Tagung fest gelegt und weitere Verabredungen getroffen. Ob eine Schulklasse wirklich an einer Klassentagung teilnehmen möchte, entscheiden die Schülerinnen und Schüler in einem Vorgespräch, denn: die Teilnahme ist freiwillig.

Die Lehrkraft bucht einen Aufenthalt mit zwei Übernachtungen in der Ev. Jugend-, Freizeit- und Bildungsstätte auf dem Koppelsberg in Plön oder einer anderen geeigneten Bildungsstätte.

Die inhaltliche Gestaltung und Durchführung übernehmen die zwei ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, zumeist Studierende, die eine längerfristige Ausbildung für die Leitung von Klassentagungen absolviert haben und durch ihr Alter zumeist noch einen „guten Draht" zu den Jugendlichen haben.

Spiele und Übungen, Gesprächsrunden und Arbeit in Kleingruppen wechseln sich ab. „Lernen mit Kopf, Hand und Herz" ist unser Motto. Ein Klassiker unserer Arbeit ist das sog. Aquarium. Die SchülerInnen teilen sich in Gruppen. Jede Gruppe erhält den Auftrag die gesamte Klasse als „Aquarium" zu malen. Jede Person wird als Wasserlebewesen dargestellt. Sichtbar werden sollen dabei auch die Beziehungen untereinander. Die Bilder werden im Plenum vorgestellt und erläutert. Diese Übung eignet sich, Rückmeldungen darüber einzuholen, wie die Jugendlichen sich untereinander sehen und wahrnehmen. Oftmals erleben die ProtagonistInnen, wie ihre (Selbst-) Wahrnehmung von der anderer abweicht. Wenn Konflikte in der Gruppe vorhanden sind, können sie mithilfe dieser Übung aufgedeckt werden. In der Regel bietet diese Übung viel Stoff zur Weiterarbeit.

Ein wesentlicher Bestandteil aller Tagungen ist die Arbeit mit Verträgen. Gleich, ob es um die Regelung der Nachtruhe, den Umgang miteinander oder die weitere Zusammenarbeit in der Klasse geht, werden gemeinschaftlich verbindliche Absprachen ausgehandelt. An diesem Beispiel können Jugendliche lernen, dass sie Prozesse vor dem Hintergrund gegebener Bedingungen eigenverantwortlich mitgestalten können.

Eine Klassentagung ist kein Allheilmittel für die Lösung von Konflikten. Unserer Erfahrung nach wirken die erarbeiteten Ergebnisse im Schulalltag umso länger nach, je intensiver sich die Lehrkraft um die Weiterentwicklung der erarbeiteten Ansätze bemüht und sich z.B. um die Einhaltung der Regeln kümmert.

 

Kirchliche Anbieter

Das sprachethische Projekt wird angeboten von der Arbeitsstelle Gewalt überwinden der Nordelbischen Ev.-Lutherischen Kirche. Die Klassentagungen sind ein Angebot der Evangelischen-Schülerinnen- und Schülerarbeit des Nordelbischen Jugendpfarramtes. Weitere Beratungsangebote finden Schulen auch im Pädagogisch-Theologischen Institut (PTI).