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Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt in der Nordelbischen Kirche
Eingestellt am: 25.10.2011

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Projekt Alternativen zur Gewalt (PAG)

Die verwandelnde Kraft der Feindesliebe


Die Nordelbische Kirche fördert gewaltfreie Konfliktbearbeitung und Zivilcourage. In den Kirchenkreisen Rantzau, Südtondern und im Osten von Hamburg bieten Trainerinnen und Trainer PAG-Kurse an. Die aktuellen Termine für PAG-Kurse in der Nordelbischen Kirche finden Sie HIER. Kosten pro Kurs ca. 50 € (inklusive Verpflegung zu Mittag und zu Abend, ohne Übernachtung).

Was ist PAG?


Verändernde Kraft

„Wie kann ich einen Familienkonflikt zwischen Stiefvater und Stiefkindern schlichten?" „Was kann ich tun, wenn in einer U-Bahn eine Ausländerin beschimpft wird?" „Was kann ich machen, wenn ich in der Schule Mobbing erlebe?" Solche und ähnliche Themen werden in den Workshops immer wieder durchgespielt, bis sich Lösungen auftun.
Außerdem gibt es Übungen, um eigene Erfahrungen mit Konflikten und der Überwindung von Gewalt zu reflektieren. Die Pflege des eigenen Selbstwertgefühls steht ebenso auf dem Programm wie das Kommunikationsverhalten: „Wie kann ich meinen Ärger mitteilen, ohne den anderen zu verletzten?" „Wie kann ich die menschliche Seite meines Gegenübers so erreichen, dass sich eine gewaltträchtige Situation verwandelt?"


Liebe ist die einzige Macht, die stärker ist als Gewalt und die Gewalt überwinden kann. (Feindes-)Liebe findet ihren Ausdruck in einer aktiven, streitbaren Gewaltfreiheit, die offensiv den Konflikt mit den Trägerinnen und Trägern direkter, struktureller und kultureller Gewalt sucht. (Feindes-)Liebe will die Trägerinnen und Träger von Gewalt nicht vernichten sondern aus ihrer Rolle als Unterdrückerinnen und Unterdrücker, als Gewalttätige, Profiteure von Gewalt und als Weitergebende kultureller Gewalt befreien.
(Feindes-)Liebe steht im fundamentalen Gegensatz zum Mythos der erlösenden Gewalt. Er bestimmt das Handeln der meisten Menschen und Institutionen. Dieser Mythos behauptet, dass es möglich wäre, Probleme durch den Einsatz von Gewalt zu lösen.
Die Kirche ist begründet in der Erfahrung, dass Gottes Liebe Menschen und Institutionen verwandeln will und kann: Gott will uns versöhnen mit sich, mit uns selbst, mit den Mitmenschen und mit der Schöpfung. Die Kirche hat den Auftrag, an seinem heilenden und versöhnenden Handeln mitzuwirken und die Menschen zurück in die Gemeinschaft untereinander und mit Gott zu rufen. Kirche ist da, wo Menschen sich dafür öffnen und sich ihrerseits in den Dienst nehmen lassen. So ist der zentrale Auftrag der Kirche die Versöhnung. Die Kirche ruft auch die Institutionen wieder dazu zurück, Dienerinnen und Diener des Lebens, der Gemeinschaft, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Menschlichkeit zu werden.


So wurden auch in den Kirchen Methoden entwickelt, mit denen sowohl Menschen als auch Institutionen mit der verwandelnden Kraft der Feindesliebe konfrontiert werden können: zum Beispiel in der historischen Friedenskirche der Quäker, in der Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen mit Martin Luther King in den USA, in den Basisgemeinden in Lateinamerika, in den gewaltfreien Bewegungen auf den Philippinen, in Südafrika und der DDR. Auch die Nordelbische Kirche fördert das Training in gewaltfreier Aktion und Konfliktbearbeitung, um das Handwerkszeug für die Verwandlung vielen Menschen zugänglich zu machen.


PAG ist international

Die Kurse werden in Kooperation mit dem „Projekt Alternativen zur Gewalt e.V." (PAG) durchgeführt. PAG ist in den USA entstanden und arbeitet derzeit weltweit in 40 Ländern, vor allem auch mit Häftlingen. Die Erfahrung dieser Kurse zeigt: Couragiertes Konfliktverhalten kann man trainieren. Vorbereitung fördert Sicherheit und Einfallsreichtum im Ernstfall. Kreativität, Humor, Zivilcourage und Feindesliebe sind oft stärker als Gewalt. Und doch gibt es dabei keinen Automatismus. So hilft ein Kurs auch, vorher zu überlegen: „Was will ich riskieren - und wofür setzte ich meine Gesundheit und mein Leben lieber nicht aufs Spiel?"


Die Kurse ermutigen dazu, vor Konflikten nicht auszuweichen, sondern sie offensiv und konstruktiv anzugehen. Damit helfen sie auch in Gemeinden und kirchlichen Gremien, Konflikte bei der Kürzung und Umverteilung kirchlicher Finanzen und der Umsetzung des Reformprozesses zu bearbeiten.

 

Für mehr Informationen zu PAG und zu PAG-Kursen außerhalb Nordelbiens klicken Sie bitte auf den folgenden link.