
 Liebe ist die einzige Macht, die stärker ist als Gewalt und die Gewalt überwinden kann. (Feindes-)Liebe findet ihren Ausdruck in einer aktiven, streitbaren Gewaltfreiheit, die offensiv den Konflikt mit den Trägerinnen und Trägern direkter, struktureller und kultureller Gewalt sucht. (Feindes-)Liebe will die Trägerinnen und Träger von Gewalt nicht vernichten sondern aus ihrer Rolle als Unterdrückerinnen und Unterdrücker, als Gewalttätige, Profiteure von Gewalt und als Weitergebende kultureller Gewalt befreien. (Feindes-)Liebe steht im fundamentalen Gegensatz zum Mythos der erlösenden Gewalt. Er bestimmt das Handeln der meisten Menschen und Institutionen. Dieser Mythos behauptet, dass es möglich wäre, Probleme durch den Einsatz von Gewalt zu lösen. Die Kirche ist begründet in der Erfahrung, dass Gottes Liebe Menschen und Institutionen verwandeln will und kann: Gott will uns versöhnen mit sich, mit uns selbst, mit den Mitmenschen und mit der Schöpfung. Die Kirche hat den Auftrag, an seinem heilenden und versöhnenden Handeln mitzuwirken und die Menschen zurück in die Gemeinschaft untereinander und mit Gott zu rufen. Kirche ist da, wo Menschen sich dafür öffnen und sich ihrerseits in den Dienst nehmen lassen. So ist der zentrale Auftrag der Kirche die Versöhnung. Die Kirche ruft auch die Institutionen wieder dazu zurück, Dienerinnen und Diener des Lebens, der Gemeinschaft, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Menschlichkeit zu werden.
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