Nachrichten

Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt in der Nordelbischen Kirche
Eingestellt am: 25.10.2011

mehr...

alle anzeigen

Materialien | Freifläche

Ich will

 

Ich will, dass du mir zuhörst, ohne über mich zu urteilen

Ich will, dass du deine Meinung sagst, ohne mir Ratschläge zu erteilen

Ich will dass du mir vertraust, ohne etwas zu erwarten

Ich will, dass du mir hilfst, ohne für mich zu entscheiden

Ich will, dass du für mich sorgst, ohne mich zu erdrücken

Ich will, dass du mich siehst, ohne dich in mir zu sehen

Ich will, dass du mich umarmst, ohne mir den Atem zu rauben

Ich will, dass du mir Mut machst, ohne mich zu bedrängen

Ich will, dass du mich hältst, ohne mich festzuhalten

Ich will, dass du mich beschützt, aufrichtig

Ich will, dass du dich näherst, doch nicht als Eindringling

Ich will, dass du all das kennst, was dir an mir missfällt

Dass du es akzeptierst, versuch es nicht zu ändern

Ich will, dass du weißt ... dass du auf mich zählen kannst ...

Bedingungslos

 

Jorge Bucay

 

*

 

Wie friedlich könnte die Welt sein, wenn künstlerische Arbeit die Menschen und Nationen verbände und wenn die Rüstungsindustrie statt Waffen Musikinstrumente herstellte!

Hans Heinz Stuckenschmidt, Musikwissenschaftler

 

*

 

The first principle of non-violent action is that of non-cooperation with everything humiliating.

Mahatma Gandhi

 

*

 

Eines Tages wird sich erheben der Grashalm, um Mohnblume zu werden. Wird sich erheben der Stein, um Wolke zu werden. Wird sich erheben die Träne, um Stern zu werden. Wird sich erheben der Mensch, um Mensch zu werden.

Hans Leopold Davi

 

*

 

A Franciscan Benediction, my prayer for each of you this month:

May God bless you with discomfort...
at easy answers, half-truths, and superficial relationships,
so that you may live deep within your heart.
May God bless you with anger...
at injustice, oppression, and exploitation of people,
so that you may work for justice, freedom, and peace.
May God bless you with tears...
to shed for those who suffer from pain, rejection, starvation, and war,
so that you may reach out your Hand to comfort them and to turn their pain into joy.
And may God bless you with enough foolishness...
to believe that you can make a difference in this world,
so that you can DO what others claim cannot be done.

 

Aus der Juli-Rundmail 2007 von CARIS / Südafrika ( Lyn van Rooyen)

 

*

 

Toleranz

 

Ich habe ein Geheimnis entdeckt:

Wir loben einander zu selten.

Kinder wachsen nicht ohne Lob.

Wir lassen einander nicht gelten

mit jener schweigenden Toleranz,

die die Fremdheit zwischen uns steigert.

Und jeder wartet auf das Wort.

Das einer dem anderen verweigert.

 

*

 

War da was

 

Da war etwas Gutes

vorhin,

woanders.

Schade,

dass es so schwer ist,

sich an etwas Gutes

zu erinnern.

Zu wissen,

wie es wirklich war.

Wie wirklich es war.

 

Es war, glaube ich,

etwas ganz Gewöhnliches,

Wunderbares.

Ich habe es,

glaube ich, gesehen

oder gerochen

oder angefaßt.

 

Aber ob es groß

oder klein war,

neu oder alt,

hell oder dunkel,

das weiß ich nicht mehr.

 

Nur dass es besser war,

viel besser,

als das was da ist,

das weiß ich noch.

Hans Magnus Enzensberger

(Kiosk. Neue Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1995.)

 

*

 

Friede ist nicht nur das Gegenteil von Krieg, nicht nur der Zeitraum zwischen zwei Kriegen - Frieden ist mehr. Friede ist dann, wenn wir recht handeln und wenn zwischen jedem einzelnen Menschen und jedem Volk Gerechtigkeit herrscht.

Indianische Weisheit, Haudenosaunee (Irokesen-Konföderation)

 

Poster mit diesem Text in verschiedenen Sprachen zu bestellen bei:

Eisenkorn Verlag - Quendelsteig 8 - 14129 Berlin - fax: 030 - 805 84 145 - peaceposter@gmx.de - http://www.peaceposter.de

 

*

 

Der Irre ist gestorben

 

Im Wartesaal, wenn die Züge

Verspätung hatten,

erzählte er Märchen aus Tausen-

undeiner Nacht.

 

Er verstand es nie,

richtig zu grüßen. Auf guten Tag

sagte er immer: Vielleicht.

 

Man weiß: er zog seinen Hut

vor den Hunden.

 

Seine Königskrone aus Zeitungspapier

trugen Kinder nach Hause.

 

Der Fünfzeiler im Ortsteil der Zeitung

schloß mit den Worten: es war

seine letzte Nacht,

als er im Park auf den Baum stieg.

 

Gerüchte gehen, er habe vergessen

sich festzuhalten,

als er den Friedensappell

an die Welt sprach.

Günter Bruno Fuchs

 

*

 

Gewalt ist die Reaktion auf die Wahrnehmung des eigenen Lebens unter der leitenden Vorstellung des Mangels.

 

Ein Grundgedanke des Beitrages "Fülle als Schlüsselerfahrung christlicher Existenz" von Ralph Miggelbrink aus

Faszination Gewalt, Aufklärungsversuche; Hrsg. Geiko Müller-Fahrenholz; Frankfurt/Main 2006

 

*

 

Gewalt ist die vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse oder, allgemeiner formuliert, des Lebens, die den realen Grad der Bedürfnisbefriedigung unter das herabsetzt, was potientiell möglich ist.

Johann Galtung

 

*

 

Hoffnung ist nicht die Überzeugung das etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.

Vaclav Havel