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Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt in der Nordelbischen Kirche
Eingestellt am: 25.10.2011

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Gebetstag 2005: Asien


Der Ökumenische Rat der Kirchen ruft in diesem Jahr alle Kirchen auf, sich am 21. September den Glaubensgemeinschaften in aller Welt anzuschließen, um gemeinsam den Internationalen Gebetstag für den Frieden zu begehen.

Das Thema des diesjährigen Internationalen Gebetstages für den Frieden lautet " Gemeinschaften des Friedens für alle". Dieses Thema wurde von den Kirchen in Asien vorgeschlagen, das in diesem Jahr im Mittelpunkt der Dekade zur Überwindung von Gewalt steht.

Dekaden-Schwerpunkt 2005: Gemeinschaften des Friedens für alle

Das Thema der 12. Generalversammlung der Christlichen Konferenz von Asien (CCA) ist gleichzeitig auch das Thema des Asien Fokus 2005 der Dekade zur Überwindung von Gewalt (DOV). Als der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), der die Dekade initiiert hat, entschied, den Fokus des Jahres 2005 auf Asien auszurichten, fanden die Mitarbeiter der CCA, dass das Thema Gemeinschaften des Friedens für alle als Teil des Hauptthemas „Kirchen für Frieden und Versöhnung“ der Dekade gesehen werden kann; dies jedoch mit einem klaren asiatischen Akzent. Das Thema widerspiegelt den Ruf und das Engagement für eine Aufgabe und eine Vision angesichts der religiösen und ethnischen Vielfalt Asiens und dem ständigen Streben nach gesellschaftlicher Harmonie. In Asien kann man fortan nicht mehr romantisch das Erbauen einer einzigen Gemeinschaft anstreben, sondern eher das Zusammenleben verschiedener Gemeinschaften, die durch ihre gemeinsame Vision von Frieden für alle zusammengehalten werden.

Warum zieht es die CCA vor, eher von Gemeinschaften als von Gemeinschaft zu reden? Warum ist es eine inklusive
Gemeinschaft, die wir in Asien erreichen möchten?

Ich denke, es wird weder eine einheitliche Gemeinschaft noch eine dominante Gruppe geben, die alle andern umfassen oder in sich aufnehmen kann. Es würde sich vielmehr um eine Gemeinschaft verschiedener Gemeinschaften handeln, deren unterschiedliche Rassen, Farben, Kulturen, Sprachen und Religionen als Ursprung unserer kulturellen Traditionen und unserer geistlichen Quellen geschätzt und gefeiert würden. Verschiedenheit wird nicht mehr als Grund oder als Alibi für Feindseligkeiten zwischen Menschengruppen gesehen werden. Im Gegenteil, wenn jede Gruppe damit beginnt, die andere wertzuschätzen und zu respektieren, so wird die Vielfältigkeit zum Ausgangspunkt für einen echten und bedeutungsvollen Dialog zwischen den verschiedenen Parteien werden können. In der Wertschätzung dieser Vielfalt werden wir asiatischen Christen die Andern nicht länger als Todfeinde, als die zum ewigen Tod Verurteilten, oder als die armen, zu bekehrenden Heiden sehen. Wir würden sie vielmehr als Brüder, Schwestern oder von Gott geliebte Partner sehen, denen Gott ebenfalls Wahrheiten offenbart hat, von denen wir Dinge über das Leben und das Zusammenleben lernen können und in denen wir das Abbild Gottes sehen können.

Des Weiteren würde eine
inklusive Gemeinschaft von Gemeinschaften in Asien eine Gemeinschaft sein, die trotz aller Unterschiede gemeinsam für ein gerechteres und friedlicheres Asien arbeiten würde. Zusammen könnten wir mehr Kraft schöpfen und unsere Solidarität aufbauen, indem wir unsere verschiedenen kulturellen und geistlichen Mittel für die Ganzheit und die Fülle des Lebens jedes Menschen einsetzen.

Das Thema widerspiegelt Asiens besondere Realität der Vielfältigkeit – bei der wir nicht länger von Uniformität, sondern von Pluriformität sprechen sollten. An der Stelle einer einzigen Gemeinschaft stellen wir uns also mehrere Gemeinschaften vor, die durch die Vision von Frieden für alle zusammen verbunden sind. Der Gedanke des Aufbaus von Gemeinschaften überzeugt uns von der Notwendigkeit unseres Engagements, damit Frieden in Verschiedenheit der Gemeinschaften möglich ist.

In einem grossen Kontinent wie Asien, ist die Suche nach Vergebung und Frieden in Mitten der verschiedensten Formen von Gewalt gegenwärtig: körperliche, strukturelle, persönliche, zwischenmenschliche, gemeinschaftliche und subtile Formen. Es gibt Formen von Gewalt, die man in den meisten Regionen Asiens antreffen kann. Es handelt sich dabei um wirtschaftliche Gewalt, Globalisierung, religiösen Fundamentalismus, ethnische Konflikte, massive Armut, Ungerechtigkeit und Korruption, Militarisierung, Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung und Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern, um nur einige davon zu nennen.

Im Rahmen des Dekaden-Schwerpunkts Asien werden wir die Beteiligung der Kirchen an der Gewalt hervorheben müssen. Diese hat verschiedene Formen: sie befindet sich in der Theologie oder in Lehren, die die Gewalt rechtfertigen, im Schweigen oder der passiven Haltung gegenüber der Gewalt, oder auch im offenen Bündnis mit den herrschenden Verhältnissen.

Über das Aufzählen der verschiedenen Gewaltsituationen hinaus, können wir diese Halbzeit der Dekade dazu benützen, frühere und gegenwärtige Friedensinitiativen in Asien hervorzuheben. Dies können Bemühungen mit oder ohne DOV-Etikette
sein, die innerhalb oder ausserhalb der Kirche oder der ökumenischen Bewegung stattgefunden haben, die jedoch zur Bildung von Gemeinschaften des Friedens für alle in der Region beigetragen haben; denn die Friedensarbeit ist nicht das Monopol der Kirche oder der ökumenischen Bewegung. Diese Einsicht fordert die Kirche und die ökumenische Bewegung in der Tat heraus, ihren Freundes- und Mitarbeiterkreis zu erweitern, und sich an den Aufruf zu erinnern: „Habt Salz bei Euch und habt Frieden untereinander!“ (Mark. 9:50)

Hope S. Antone
Exekutivsekretärin für Glauben, Mission und Einheit, CCA
Koordinatorin für den DOV Fokus in Asien.

 

Die Webseite der Dekade zur Überwindung von Gewalt bietet für diesen Anlass Gebete und andere Materialien, die wir noch ergänzen werden. DOV wird eine Informationsbroschüre herausbringen, die speziell auf den Jahresfokus Asien eingeht. Die Broschüre ist kostenlos und wird auf Anfrage vom DOV-Büro zugestellt.

 Sie können Sie auch von folgender Webseite herunterladen: http://www.gewaltueberwinden.org/dov.nsf/ab42043f3b6ffad0c1256c83004f1a2c/629cce32dd0df270c12570150061111c?OpenDocument

Der Internationale Gebetstag für den Frieden wird zusammen mit dem Internationalen Friedenstag der Vereinten Nationen gefeiert.

Nähere Informationen zu den einschlägigen UN-Initiativen finden Sie auf der Webseite zum Internationalen Friedenstag:

http://www.worldpeace.org/peaceday.html

sowie auf der Webseite der Nachtwache zum Internationalen Friedenstag:

 http://www.idpvigil.com/german/german.html

Gewalt überwinden - Kirchen für Frieden und Versöhnung

Herausgegeben vom Koordinationsbüro der Dekade, ÖRK

Erhältlich auch in englischer, französischer und spanischer Sprache

Für weitere Informationen: DOV Koordinationsbüro Ökumenischer Rat der Kirchen Postfach 2100 1211 Genf 2 Schweiz Telefon +41 22 791 6047 Fax +41 22 791 6406 E-mail: dov@wcc-coe.org www.gewaltueberwinden.org Nachdruck des Inhaltes unter Quellenangabe erwünscht

Hergestellt in der Schweiz